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Mit innovativen Geschäftsmodellen digitalisieren PropTech Unternehmendie Immobilienwirtschaft, beschleunigen Prozesse und vereinfachen die Kommunikation mit Mietern und Stakeholdern.
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PropTech: Wie digitale Anwendungen den Immobilienmarkt verändern

Im zweiten Teil unserer Serie „Digitalisierung in der Immobilienbranche“ dreht sich alles um PropTech-Unternehmen. Mit innovativen Geschäftsmodellen digitalisieren sie die Immobilienwirtschaft, beschleunigen Prozesse und vereinfachen die Kommunikation mit Mietern und Stakeholdern. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Anwendungsfelder Real-Estate-Startups abdecken und wie klassische Immobilienunternehmen von ihren Tools profitieren können. Außerdem stellen wir Ihnen vier PropTechs aus unterschiedlichen Bereichen vor.

Was kann PropTech?

PropTech setzt sich aus den englischen Begriffen „Property“ und „Technology“ zusammen. Diese Unternehmen, oftmals Startups, beschäftigen sich mit allen Aspekten der Immobilienwirtschaft. Ziel ist es, durch technische und digitale Lösungen verschiedene Geschäftsprozesse innerhalb der Branche zu verbessern, zu beschleunigen oder zu vereinfachen. Diese Lösungen umfassen die ganze Bandbreite an Anwendungsfeldern:

  • Planung und Visualisierung von Bauprojekten: 3D-Modelle und virtuelle Rundgänge
  • Vermögensverwaltung: Crowdinvesting-Plattformen für Immobilien
  • Vermittlung von Immobilien: Such- und Angebotsplattformen, digitale Maklervermittlung und Möglichkeiten für Online-Bieterverfahren, Überprüfung von potenziellen Mietern
  • Verwaltung von Immobilien: Mieterkommunikation über Online-Portal, Schadensmeldung, Leerstandsverwaltung, Beauftragung von Handwerkern
  • Smart-Home-Lösungen: automatische Steuerung von Strom und Heizung, intelligente Stromzähler und digitale Türschlösser
PropTech Unternehmen beschäftigen sich mit allen Aspekten der Immobilienwirtschaft.
Einige PropTechs haben sich auf die 3D-Visualisierung von Gebäuden spezialisiert.

Vorteile durch Kooperationen mit PropTech-Startups

Mittlerweile gibt es mehr als 300 PropTech-Unternehmen in Deutschland, einige von ihnen sind schon viele Jahre am Markt. Über 60 dieser Startups engagieren sich in der German PropTech Initiative, um gemeinsam die Digitalisierung der Immobilienbranche voranzubringen. Bereits 2018 glaubten 93 Prozent der Befragten des Global PropTech Survey von KPMG, dass sich traditionelle Immobilienunternehmen mit PropTechs austauschen sollten, um auf die Herausforderungen in der heutigen globalen Welt reagieren zu können.

Trotzdem zögern einige Unternehmen der Branche, neue digitale Anwendungen einzusetzen. Ursächlich dafür sind die Angst vor dem Aufwand sowie die Tatsache, dass Menschen „Gewohnheitstiere“ sind: „Es muss erstmal gezeigt werden, dass es viel einfacher und profitabler ist, mit digitalen Anwendungen zu arbeiten“, erklärt Patrik Boden vom PropTech-Startup Itexia.

Ein Markt mit Zukunft

Als wichtigste Gründe für Investitionen in digitale Lösungen oder Kooperationen mit PropTechs gaben die Befragten in der 2019er-Ausgabe des Global PropTech Survey verbesserte Effizienz, Kostensenkungen sowie einfachere Entscheidungsfindung an. Darüber hinaus lassen sich Prozesse transparenter gestalten und können dadurch genauer gesteuert werden. Schließlich steigt mit passenden Tools auch die Mieterzufriedenheit.

Dass sich die Investition für beide Seiten lohnt, zeigt die aktuelle Studie von Bell Management Consultants: Beispielsweise können Mieter auf der Mietermanagement-Plattform Allthings Schäden online melden. Die befragten großen deutschen Wohnungsunternehmen gaben eine Zeitersparnis von 50 Minuten pro Schadensvorgang an. Bei 1.000 Wohneinheiten entspricht das 130 Tagen pro Jahr. In dieser Zeit können sich die Mitarbeiter anderen wichtigen Aufgaben widmen.

Innovative Startups in der Immobilienbranche

Aus der Vielzahl an spannenden PropTechs stellen wir Ihnen vier ausgewählte Unternehmen vor.

Itexia – ein vereinfachter Inventarprozess für Immobilien

Mit Itexia können Immobilienunternehmen die Möbel, Geräte und technischen Ausstattungen in ihren Wohnungen, Geschäften oder öffentlichen Räumen inventarisieren. Dafür erzeugt die Software von jedem Inventarstück einen digitalen Zwilling: einen Datensatz mit der gesamten Historie wie Anschaffungsdatum, Kaufpreis, durchgeführten Reparaturen oder Austausch. Wie Patrik Boden von Itexia erklärt, weiß der Nutzer dadurch, wie viel Inventar im Einsatz ist: „Das verhindert nicht nur überflüssige Neuanschaffungen, bei Wohnungsübergaben können die Möbelstücke direkt in der App überprüft und abgehakt werden.“ Zudem besteht die Möglichkeit, jedes Inventarstück mit einem Code zu taggen. So kann der Mieter beispielsweise ein defektes Möbelstück online melden und ein neues liefern lassen.

Die Clarus Asset Management GmbH hat mit Itexia bereits sehr gute Erfahrungen gesammelt. Das Dresdner PropTech-Startup ist seit 2014 am Markt und verwaltet insgesamt über 1,8 Millionen Inventarstücke. Da sich die großen Wohnungen sowie kleinere Appartments der Clarus Landmark Properties durch ein hochwertiges Inventar auszeichnen, ist eine digitale Aufstellung der Möbelstücke bei der Wohnungsübergabe wesentlich effizienter.

Mit Itexia können Immobilienunternehmen die Möbel, Geräte und technischen Ausstattungen in ihren Wohnungen, Geschäften oder öffentlichen Räumen inventarisieren.
Auf dem Dashboard des Startups Itexia können Nutzer übersichtlich alle Einträge visualisieren und bearbeiten. Quelle: ITEXIA, https://www.itexia.com/inventar-manager/

PlanRadar – für die digitale Bau- und Immobilienkommunikation

Das Jungunternehmen PlanRadar gehört zu den Big Playern in der digitalen Bau- und Immobilienkommunikation. Die Software erleichtert die Kommunikation zwischen allen Beteiligten einer Immobilie: von der Projektplanung über den Betrieb bis zum Rückbau. Architekten können digitale Baupläne in die App laden, einfach Tickets erstellen – beispielsweise im Rahmen des Mängelmanagements – und sie direkt der zuständigen Person zuweisen. Für die Brandschutzdokumentation oder die Wartung und Instandhaltung von Gebäuden ist PlanRadar ebenso geeignet.

Realxdata – Big Data & Analysen als Entscheidungsgrundlage

Die Plattform Realxdata ermöglicht es, eine Vielzahl an Daten aus der Immobilienbranche übersichtlich anzuschauen und zu analysieren. So können Unternehmen fundierte, faktenbasierte Entscheidungen treffen. Zu den Funktionen gehören beispielsweise die Analyse von Mieterlisten, Benchmarking, die Zusammenführung und Visualisierung von Marktdaten sowie Reporting. Wie viele andere erfolgreiche PropTechs zeichnet sich Realxdata durch Flexibilität und eine einfache Bedienung aus.

Casavi – intelligente Vernetzung in der Cloud

Das Real-Estate-Startup Casavi ermöglicht Immobilienunternehmen, mit allen Beteiligten wie Mietern, Facility Management oder externen Dienstleistern leichter zu kommunizieren. Alle Vorgänge werden zentral in der Cloud gesammelt. Über das Kundenportal und die Service-App können Vermieter ihre Nutzer informieren, wenn beispielsweise die Rauchmelder überprüft werden sollen. Sie haben von überall Zugriff auf das Online-Dokumentenarchiv und können so Anfragen schneller und präziser beantworten. Durch die Verknüpfung mit Smart-Home-Lösungen können Vermieter zum Beispiel per App die Raumbuchung steuern oder Verbrauchsdaten für Heizung und Strom visualisieren.

Digitale Effizienzsteigerung bei der Clarus

Doch nicht immer sind es nur Start-ups, die innovative und effiziente Technologien anbieten. Das  Unternehmen Caverion, Spezialist für technische Gebäudeausrüstung, Facility Management und Energiedienstleistungen bietet mit „Planon“ ein Tool an, mit dem die technischen Asset Manager der Clarus die Wartungsprozesse und das Controlling der Immobilien remote nachvollziehen und digital auswerten können. Statt mit Klemmbrett und Papier können Techniker jetzt Prozesse wie beispielsweise die Kontrolle der Luftqualität per App eintragen.

Nicht nur für die Effizienz sind Tools wie Planon ein Meilenstein, sagt Herr von Koskull, Head of Operational Systems bei Caverion. „Sollte es mal zu einem Schadensfall an der Immobilie kommen, können die digitalen Protokolle zum Versicherungsnachweis dienen. Gleichzeitig können Sie neben gängigen Zertifikaten wie LEED und DGNB als weiterer Nachweis für die Nachhaltigkeit von Gebäuden dienen“.

„Für uns als Asset Manager einer derartig hochwertigen und prestigereichen Immobilie sind kurze Reaktionszeiten und ein allumfassender, detailreicher Einblick in das Geschehen vor Ort unabdingbar und auch persönlich gewünscht.“, sagt Maximilian Xander, Technical Asset Manager bei der Clarus. “Durch den Zugang zu Planon wird dieser Prozess deutlich vereinfacht. Zahlreiche Telefonate und Mailverkehr lassen sich auf ein Minimum reduzieren, wodurch für alle Beteiligten das tägliche Doing angenehmer gestaltet werden kann.

Konsolidierung der PropTech-Szene im Jahr 2020

PropTech-Startups sind aus der Immobilienbranche nicht mehr wegzudenken. Experten erwarten für 2020 eine weitere Konsolidierung des Marktes. Die Effekte eingeführter digitaler Lösungen werden sich in diesem Jahr zeigen und strategische Partnerschaften zwischen verschiedenen Real-Estate-Startups werden das Marktangebot erweitern. Die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft schreitet also unaufhaltsam voran, auch bei Clarus. Doch wie steht es um die klassischen Unternehmen der Branche? Wie sie im Hinblick auf die Digitalisierung aufgestellt sind, erfahren Sie in Teil 1 unserer Serie „Digitalisierung in der Immobilienbranche“.

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